Die Baskets Bonn haben in der Champions League eine Überraschung knapp verpasst. Dennoch hat das Spiel ihre starke Form untermauert.

Die Telekom Baskets Bonn haben am Mittwochabend ihr zweites Champions-League-Spiel gegen Joventut Badalona unglücklich mit 74:76 verloren. Marcus Foster hätte die Baskets in der Schlusssekunde noch zum Sieg werfen können, verfehlte seinen Dreier jedoch knapp.

Beim ersten Europa-Auswärtsspiel der Saison zeigte Bonn eine starke Leistung und führte zur Halbzeit überraschend mit 37:33. Vor allem Jeff Garrett überzeugte mit wichtigen Dreiern. Nach der Pause fand Badalona besser ins Spiel. Kurz vor Ende des dritten Viertels gingen die Spanier mit 55:54 in Führung - auch wegen eines immer stärker werdenden Nicolas Laprovittola.

Im Schlussviertel blieb es eng. Die Führung wechselte mehrfach, ehe sich Badalona vier Minuten vor Schluss auf 67:60 absetzen konnte. Bonn kämpfte sich zwar noch einmal auf zwei Punkte heran, bekam die Partie aber nicht mehr gedreht, weil der letzte Dreier von Foster nicht den Weg in den Korb fand.

Mit Anlauf in die Erfolgsspur

Es ist eine bittere Niederlage, denn Bonn spielte gegen den Mit-Favoriten auf den Champions-League-Titel über weite Strecken auf Augenhöhe. Sie zeigt aber auch, wie weit die Baskets in den vergangenen Wochen gekommen sind. Denn nach einem durchwachsenen Saisonstart mit zwei Siegen und zwei Niederlagen präsentiert sich das Team von Trainer Marko Stankovic inzwischen deutlich gefestigter. Vor der Niederlage gegen Joventut gab es drei Pflichtspielsiege in Serie - inklusive dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale.

Dass die Abläufe anfangs noch nicht ganz stimmten, könnte auch an der ungewöhnlichen Vorbereitung gelegen haben. Als erster BBL-Klub überhaupt reiste Bonn nach Japan. Wie strapaziös die Tour war, zeigt die Tatsache, dass die Mannschaft vorab sogar Tipps gegen den Jetlag erhielt.

Inzwischen scheint die Mannschaft ihren Rhythmus gefunden zu haben. Besonders eindrucksvoll war das 115:68 gegen Jena, der höchste Bundesliga-Sieg der Bonner seit 23 Jahren.

Was Bonn so stark macht

Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Offensive. Ausgerechnet bei Dreiern, einer Schwachstelle der Vorsaison, gehört Bonn inzwischen zu den besten Teams der Liga. Neben Garrett sorgen auch John-Michael Wright, Patrick Heckmann und Joel Aminu regelmäßig für Gefahr aus der Distanz und machen das Team deutlich schwerer auszurechnen. Hinzu kommt die große Kontinuität im Kader. Viele Leistungsträger konnten gehalten werden, die Abläufe wirken eingespielt.

Jeff Garrett Jr. im Gespräch mit seinen Teamkollegen

Jeff Garrett Jr. im Gespräch mit seinen Teamkollegen

Trainer Stankovic kann außerdem auf ein ungewöhnlich tief besetztes Team zurückgreifen. Regelmäßig erhalten elf Spieler längere Einsatzzeiten, keiner steht im Schnitt länger als 24 Minuten auf dem Feld. Dadurch können die Bonner ihr hohes Tempo und ihre Intensität auch im Schlussviertel halten. Defensiv präsentiert sich die Mannschaft ebenfalls stabil, auch wenn die verletzungsbedingten Ausfälle von Kur Jongkuch und Tylan Birts spürbar sind.

Die Playoffs im Blick

Nach Platz vier in der vergangenen Saison sind die Erwartungen gestiegen. Das wichtigste Ziel bleibt die erneute Qualifikation für die Playoffs. Doch die Bonner haben die Chance auf mehr. Im Pokal-Viertelfinale wartet am 12. oder 13. Dezember ein Heimspiel gegen die Frankfurt Skyliners. "Es ist ein wichtiges Spiel und mit den Fans im Rücken haben wir eine große Chance, ins Top 4 einzuziehen", sagte Sportchef Savo Milovic.

Auch international wollen die Rheinländer nach ihrer Rückkehr in die Champions League wieder für Aufmerksamkeit sorgen. "Mit der Truppe ist alles möglich", glaubt Aminu. "Aber wir müssen es Spiel für Spiel sehen."

Wie weit Bonn am Ende wirklich kommt, wird sich zeigen. Die ersten Wochen der Saison deuten aber darauf hin, dass mit den Baskets auch in diesem Jahr wieder zu rechnen ist. Diesen Eindruck konnte auch die knappe Niederlage beim Champions-League-Favoriten Joventut Badalona nicht trüben.

Unsere Quellen:

  • Champions-League-Spiel Badalona - Bonn vom 21.10.2026 (Live-Übertragung bei Magenta)
  • Webseite der Telekom Baskets Bonn
  • Stimmen von Dyn nach dem Pokalspiel gegen Oldenburg

Sendung: "Baskets Bonn verlieren knapp und bestätigen dennoch die starke Form", WDR.de, 21.10.2026, 23:01 Uhr