Analyse
Am zweiten Spieltag wartet auf den SC Freiburg eine Mammutaufgabe. Die AS Monaco zählt zu den besten Mannschaften des Wettbewerbs und kann sich auf einen Deutschen verlassen.
Die Mannschaft von Julian Schuster gastiert am Donnerstag (22.10., 21:00 Uhr, live im Audiostream bei SWR Sport) bei der AS Monaco. Die Franzosen gehören zu den Spitzenteams der Ligue 1, mussten am vergangenen Wochenende allerdings einen Dämpfer hinnehmen. Durch die 0:1-Niederlage beim FC Lorient verloren sie die Tabellenführung und stehen punktgleich, aber mit dem schlechteren Torverhältnis als Spitzenreiter Lyon, nur noch auf Rang fünf.
Freiburg geht mit einer sehr ähnlichen Ausgangslage in die Partie. Nach der 1:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen rutschte der Sport-Club auf Tabellenplatz drei der Bundesliga ab. Mit der drittbesten Defensive der Liga verfügen die Breisgauer über genügend Zutaten, um Monaco vor Probleme zu stellen.
Im Stadion dürfen es sich die Fans des SC gemütlich machen: Das Stade Louis II ist ein reines Sitzplatzstadion und hat eine Kapazität von lediglich 18.520 Besuchern.
Ist Monaco überhaupt zu bezwingen?
Die AS Monaco hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass sie mit den ganz Großen mithalten kann. Ein Ausrufezeichen setzte die Mannschaft am dritten Spieltag der Ligue 1 mit einem 2:1-Erfolg bei Paris Saint-Germain im Prinzenpark. Die Monegassen überzeugten mit ihren spielerischen Qualitäten und unterstrichen damit ihre Ambitionen.
Die erste Niederlage der Saison gegen den FC Lorient zeigte allerdings, dass auch Monaco verwundbar ist. Die enge Tabellensituation (Platz 1-5 sind alle punktgleich) verdeutlicht zugleich, wie wenig sich die Spitzenteams der Ligue 1 derzeit schenken.
Verantwortlich für den Aufschwung im Fürstentum ist Trainer Filipe Luís. Der Brasilianer übernahm im Sommer 2026 das Amt an der Côte d’Azur. Nach einer enttäuschenden Vorsaison soll er die Mannschaft wieder in Richtung Tabellenspitze führen und die zahlreichen Talente des Vereins weiterentwickeln.
Geprägt von Diego Simeone
Filipe Luís wechselte nach seiner Zeit beim brasilianischen Spitzenklub CR Flamengo nach Monaco und unterschrieb einen Vertrag bis 2028. Als Spieler sammelte der heute 41-Jährige vor allem bei Atlético Madrid umfangreiche Erfahrungen. Dort absolvierte er mehr als 300 Partien unter Trainer Diego Simeone. Der Argentinier steht für eine intensive Spielweise, taktische Disziplin und eine kompromisslose Organisation gegen den Ball.
Dass Luís bereits als Trainer erfolgreich arbeiten kann, bewies er bei Flamengo. Mit dem brasilianischen Klub gewann er mehrere Titel, darunter die Copa Libertadores 2025. Nun soll er seine Erfahrungen auch bei jenem Club einbringen, der Kylian Mbappé ausgebildet hat.
Viel Bundesliga-Erfahrung
Das Team, für das auch schon Jürgen Klinsmann (1992-1994) auflief, wird von einem ehemaligen Bundesliga-Profi angeführt. Der Ex-Gladbacher Denis Zakaria gelangte über die Umwege Juventus Turin und FC Chelsea nach Monaco. Seit 2023 hat sich der Schweizer zu einer festen Größe bei den Franzosen entwickelt und trägt seit vergangener Saison die Binde am Arm. Auch unter dem neuen Trainer ist seine Führungsstärke ein wichtiger Faktor.
Neben Zakaria stehen mit Eric Dier, Lukáš Hrádecký und Thilo Kehrer weitere Profis mit Bundesliga-Vergangenheit im Kader. Die Mischung aus internationaler Erfahrung und individueller Klasse macht Monaco zu einem anspruchsvollen Gegner für die Schuster-Elf.
Player to watch: Ex BVB-Juwel Paris Brunner
Ein Name steht bei Monaco derzeit besonders im Mittelpunkt: Paris Brunner. Der ehemalige Dortmunder gilt als großes Offensivtalent und will sich im Fürstentum endgültig durchsetzen.
Paris Brunner erzielte in dieser Saison bereits sieben Pflichtspieltore für Monaco.
Nach einer schwierigen Phase in der Vorsaison mit wenigen Einsätzen und einer Oberschenkelverletzung erhielt der Rechtsfuß unter dem neuen Trainer Filipe Luís mehr Vertrauen. Seine Auftritte in der Conference-League-Qualifikation gegen Górnik Zabrze waren ein wichtiges Signal. Mit Toren machte er auf sich aufmerksam und empfahl sich für weitere Einsätze. Seither ist der deutsche Stürmer nicht mehr aus der Startelf wegzudenken und traf in dieser Spielzeit bereits sieben Mal.
Brunner bringt Tempo, Technik und einen ausgeprägten Zug zum Tor mit. Gelingt es ihm, diese Qualitäten konstant abzurufen, kann er für gegnerische Abwehrreihen unangenehm werden. Für Freiburg wird deshalb entscheidend sein, dem 20-Jährigen möglichst wenig Raum zu lassen und ihn früh unter Druck zu setzen.
Unangebrachter Torjubel bremst ihn aus
Sportlich sorgte Brunner zuletzt für positive Schlagzeilen, abseits des Platzes geriet er jedoch in die Kritik. Nach seinem Tor gegen Racing Straßburg zeigte er den Heimfans eine Kopf-ab-Geste. Der französische Ligaverband reagierte mit einer Sperre von zwei Spielen sowie zwei weiteren Partien auf Bewährung.
Brunner entschuldigte sich anschließend für seinen Jubel und erklärte, er habe aus der Emotion heraus auf Beleidigungen von den Rängen reagiert. Die Sperre gilt allerdings für den nationalen Wettbewerb und nicht für die Conference League. Dort konnte sich der Angreifer mit einem Tor und einer Vorlage beim 2:1 gegen ZSKA Sofia eindrucksvoll zurückmelden.
Freiburgs Defensive als Trumpf?
Für den SC Freiburg wird die Partie zur anspruchsvollen Standortbestimmung. Monaco verfügt über viel individuelle Qualität, erfahrene Führungsspieler und junge Talente mit großem Potenzial. Um gegen Monaco zu bestehen, wird es darauf ankommen, defensive Stabilität auf den Platz zu bringen. Gleichzeitig muss Freiburg seine Chancen im Vergleich zum Leverkusen-Spiel noch konsequenter nutzen.
Die Ausgangslage verspricht ein spannendes Duell: Beide Teams waren vor dem vergangenen Spieltag Tabellenführer in ihren Ligen. Monaco will nach dem Rückschlag am Wochenende eine Reaktion zeigen, Freiburg nach der Niederlage in Leverkusen zurück in die Erfolgsspur. Für den Sport-Club ist die Aufgabe groß, aber keineswegs unlösbar, denn auch der SC Freiburg gehört zu den besten Mannschaften dieses Wettbewerbs.
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